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Aktuell in der Praxis:

Den ganzen Sommer über bin ich in Wien und in der herrlich kühlen Praxis in der Robert-Hamerling-Gasse.

Im September werde ich mich dann auf die Reise machen ...



Weiteres und Aktuelles auf meiner
Homepage  und  Facebook.
Im Sommer und passend zur Urlaubszeit diesmal eine Buchempfehlung:
Jorge Bucay: Drei Fragen
Wer bin ich?
Wohin gehe ich?
Und mit wem?
Ich habe dieses Buch seit Jahren und liebe es sehr.
Für mich ist es ein sehr weises Buch, das einfach zu lesen ist und gleichzeitig viel Stoff zum Nachdenken und auch Antworten bereit hält - aber nie mit erhobenem Zeigefinger ...
Zu den verschiedensten Themen sind ganz viele Geschichten aus aller Welt eingefügt, Bucay ist nicht nur Therapeut, sondern wohl vor allem Geschichtenerzähler.
Vor Kurzem wollte ich nachlesen, was Bucay so über Freunschaften schreibt und bin beim Thema Veränderungen hängen geblieben - daraus nun ein paar Auszüge:

Ganz im Inneren, willst du, will ich, will womöglich niemand irgendetwas gänzlich loslassen. Vor allem dann nicht, wenn dieses "Nie wieder" losgelöst von unserer eigenen Entscheidung oder von einem freiwilligen Verzicht eintritt.
So gesehen könnte man meinen, der Schmerz über einen Verlust hänge nicht allein damit zusammen, etwas nicht zu haben, sondern auch mit dem Gefühl, der eigenen Ohnmacht nicht gewachsen zu sein.

Jeder von uns neigt dazu, sich an Ideen, Menschen und Erlebnissen festzuklammern.
Wir hängen unser Herz an Beziehungen, Räumlichkeiten, an bekannte Orte ...
Aktiv zu leben bedeutet, zuzulassen, dass die Dinge aufhören zu sein, damit an ihre Stelle etwas Neues treten kann, und dafür muss man lernen, das Vorangegange loszulassen.

Zu glauben (oder zu merken), dass ich mich auf etwas Besseres zubewege als das, was ich hinter mir lasse, ist sicherlich ein großartiger Trostpreis, eine kleine Freude, die den durch den Verlust verursachten Schmerz kompensiert.
Es kann ihn kompensieren, aber vermeiden kann es ihn nicht.
Es kann ihn besänftigen, aber nicht wegfegen.
Es kann uns zum Weitergehen ermutigen, aber den Schmerz macht es nicht ungeschehen. Auf einen Verlust folgt immer ein Schmerz.
Auch wenn es nur ein kleiner Schmerz ist, ganz lässt er sich nicht vermeiden.
Es kostet einige Mühe, loslassen zu können, was man nicht mehr hat;
sich loszumachen und wieder anzufangen, an das Kommende zu denken.
Ich halte es tatsächlich für eine der schwierigsten Aufgaben im Leben eines gesunden Erwachsenen, darum zu wissen, dass man mit jeder Art von Verlust umgehen kann.

Immer, wenn etwas geht, macht es etwas Neuem Platz.
Immer wenn etwas kommt, ersetzt es das Vorige, das aufhört zu sein.

Um welche Art der Veränderung es sich auch handeln mag:
Veränderte Vorhaben oder Lebensweisen, Wohnorte, Arbeitsstellen, persönliche Beziehunungen ,Verliebtheiten, Zerwürfnisse, veränderte ideologische, religiöse oder philosophische Standpunkte, Ausbruch oder Heilung von Krankheiten...

All diese Prozesse beinhalten kleinere oder größere Tode, die wir nicht unterschätzen dürfen und die einen Abschied und einen Verarbeitungsprozess erforderlich machen.
 
" Es war einmal ein sehr weiser Derwisch, der von Dorf zu Dorf zog, um Almosen bat und auf allen Plätzen und Märkten des Königreichs sein Wissen verbreitete.

Als er eines Tages auf dem Markt von Ukbara bettelte, kam ein Mann auf ihn zu und sagte: "Gestern Abend war ich mit einem sehr mächtigen Magier zusammen, und der hat mir gesagt, ich solle heute auf diesen Platz hier kommen. Er hat mir versichert, ich würde einen Mann treffen, der um Almosen bittet, und dass mir dieser Bettler trotz seines erbärmlichen Aussehens einen Schatz geben würde, der mein ganzes Leben verändern werde. Als ich dich gesehen habe, wusste ich gleich, dass du dieser Mann bist, weit und breit findet man hier niemand Hässlicheren als dich ... Gib mir meinen Schatz."
Der Derwisch sah ihn schweigend an und steckte seine Hand in die zerschlissene Ledertasche, die ihm von der Schulter hing.
"Dann muss es wohl das sein", sagte er ... Und reichte ihm einen riesigen Diamanten.
Der andere zuckte vor Überraschung zusammen.
"Aber dieser Stein muss doch unendlich wertvoll sein."
"Ja? Schon möglich, ich habe ihn im Wald gefunden."
"Also gut, dann ist es wohl der richtige. Wie viel soll ich dir dafür geben?"
"Du brauchst mit gar nichts dafür zu geben. Du kannst den Stein gebrauchen? Ich habe keine Verwendung dafür, ich brauch ihn nicht. Also nimm ihn nur."
"Aber du gibst ihn mir einfach so ... ohne irgendetwas dafür zu wollen?"
"Ja, sicher ... Hat dir das der Magier nicht genau so gesagt?"
"Ach, ja! Natürlich. Genau das hat der Magier gesagt ... Schönen Dank auch."
Völlig verwirrt nahm der Mann den Stein entgegen und zog von dannen.

Eine halbe Stunde später war er wieder da.
Er suchte den ganzen Platz nach dem Derwisch ab, und als er ihn fand, sagte er:
"Nimm deinen Stein zurück ..."
"Was ist passiert?", fragte der Derwisch.
"Nimm den Stein und gib mir den Schatz" sagte der Mann.
"Ich habe nichts mehr, was ich dir noch geben könnte" antwortete der Derwisch.
"Doch, das hast du ... Ich will, dass du mir beibringst, wie man sich von so etwas trennen kann, ohne dass es einem weh tut."

Man sagt, der Mann habe noch viele Jahre an der Seite des Derwisches verbracht, um das Loslassen zu lernen.
"